Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der Pfarrei St. Peter von 1627 bis 1802/03

Die älteren Pfarrbücher Aldersbachs werden heute im Archiv des Bistums Passau aufbewahrt. Der Bestand wurde digitalisiert und steht auf Matricula. Online Portal für Kirchenbücher frei zugänglich zur Verfügung. Es ist geplant, die Pfarrbücher und die entsprechenden Namensregister (ab 1727) auf www.alderspach.de zusätzlich als Sammelbände im PDF-Format bereit­zustellen. Die Abbildungen werden entsprechend den Verwendungs­bestimmungen von matricula-online unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-ND 2.0 bereitgestellt. Hierbei ist zu beachten, dass das Bildmaterial bei einer nicht-kommerziellen Verwendung in jedwedem Format oder Medium vervielfältigt und weiterverbreitet werden darf. Beachtet werden muss, dass das Material nicht bearbeitet werden darf und der Rechteinhaber ( Archiv der Diözese Passau) als solcher genannt werden muss. Weitere Details sind auf den bereits genannten Webseiten von Creative Commons einzusehen.

Das Archiv des Bis­tums Pas­sau ver­fügt über eine eige­ne genea­lo­gi­sche Daten­bank. Unter gendb.bistum-passau.de kön­nen die in eine Datenbank transformierten Namensregister der Matri­kel­bü­cher (ab 1727 vorhanden) durchsucht werden. Ausdrücklich darauf hingewiesen sei, dass 1) Bestände vor 1727 nicht erfasst sind. 2) Nur Vor- und Nachname der betreffenden Personen (Täufling, Ehepartner, Verstorbener) erfasst sind, weitere beteiligte Personen und inhaltliche Details nicht erfasst wurden. 3) Die Zuverlässigkeit der Daten natürlich von der Qualität der Arbeit der Kompilatoren der handschriftlichen Register und bei der Datentransformation abhängig ist. Im Zweifelsfall muss in den Pfarrbüchern selbst nachgeschlagen werden.

Die Notizen der Pfarrbücher wurden in der Regel von Aldersbacher Mönchspriester, die in St. Peter als Pfarrvikare wirkten, in lateinischer Sprache eingetragen. Immer wieder finden sich jedoch auch deutschsprachige Notizen in Kurrentschrift. In den meisten Fällen beschränken sich die gebotenen Informationen auf das Notwendige, z.B. bei Verstorbenen auf das Sterbe- und / oder das Bestattungsdatum, Name, Funktion und Wohnort. Bei Taufen sind zudem die Namen der Eltern und Paten, bei Trauungen die Namen der Eltern und Trauzeugen angegeben. Der Name des handelnden Priesters wird häufig bei jedem Eintrag angegeben, ansonsten ist dieser aus dem Umfeld zu erschließen: Bei einer Änderung der Besetzung der Vikarstelle finden sich in der Regel entsprechende Hinweise. Auf jeden Fall ist der Vikarwechsel am Wechsel der Schreiberhand erkennbar.

In den meisten Fällen handelt es sich bei den genannten Personen der Pfarrei Aldersbach zum einen um Bedienstete des Klosters und der Klosterschwaige, Schüler der Klosterschule oder in der Hofmark ansässige Handwerker, Familienangehörige des Hofmarkrichters, des Gericht­schreibers oder des Klosterwirtes. Zum anderen um Angehörige der Bauernfamilien und deren Bedienstete in Adenberg, Atzenberg, Bergbauer, Gumperting, Schöfbach, Weng, Wiefling, Würding und Oelat. Besonders bei Hochzeiten und Taufen werden auch Angehörige anderer Pfarreien genannt, hier vor allem aus den benachbarten Orten. Selten sind hingegen Nennungen von Täuflingen und Verstorbenen bei Pfarrei fremden Personen, wie zum Beispiel im Fall von Reisenden, Vagabunden, Bettlern oder auch Soldaten.

Einen konkreten Anwendungsfall stellt die Zusammenstellung von Klosterbrauern, Braugehilfen und Mälzer dar, die unter dem Kapitel "Brauerei­geschichte" zur Verfügung stehen. Vergleichbares wäre natürlich auch für verschiedene andere Klosteramtsträger und -bedienstete möglich (z.B. Richter [iudex], Gerichtsschreiber [lictor], Wirt [hospes, tabernarius], Schneider [sartor], Schuster [sutor], Bäcker [pistor], Brauer [praxator, zythopoeus], Metzger [lanio], Koch [cocus], Pförtner [portarius], Lehrer [und Organist] in St. Peter [ludi magister] etc.). Eine Übersicht der Familiares (Klosterangestellte) steht hier zur Verfügung.

Neben den genannten Basisinformationen, die vor allem für die Heimatforschung (Familien- und Haus-/Hofgeschichte) interessant sein können, bieten nicht wenige Eintragungen zusätzliche Details zur Familien- und Wirkungsgeschichte oder zu allgemein zeithistorisch relevanten Ereignissen. (in Bearbeitung)

Um die Bestände einem größeren Interessentenkreis zugänglich machen zu können, müssten einige Hürden genommen werden. Wichtig wäre die Fortführung der Namensregister für die Kirchenbücher vor 1727, um zumindest nach den „Hauptakteuren“ suchen zu können. Da für viele Laien auch die häufig nur schwer lesbaren Schriftzeichen eine kaum zu überwindende Hürde darstellen, wäre eine vollständige und möglichst automatisiert erstellte Übertragung der Texte wünschenswert. Es ist daher geplant, für ein Transkriptionsprojekt Fördergelder einzuwerben. Die allgemeinen lateinischsprachigen Eintragungen stellen hingegen ein kleineres Problem dar, da diese mit Hilfe von online zur Verfügung stehenden Latein-Lexika oder Übersichten von lateinischsprachigen Berufen auch von Laien verstanden werden können. Da es noch ein paar Jahre dauern wird, bis verläss­liche Übersetzungstools zur Verfügung stehen, muss im Fall von umfangreicheren lateinisch­sprachigen Beschreibungen weiterhin Spezialistinnen und Spezialisten konsultiert werden.

Robert Klugseder, Juni 2022