Memento mori (Totengedenken) am 9. Dezember

Am heutigen Datum verstorbene Klosterangehörige

BiographieMarquard, Mönch
Zeitraum von1146 bis 1499

BiographieMatthäus (Franz Xaver) Mändl (Mandl), * Aurolzmünster (OÖ) 23.02.1745, Profess 11.11.1767, Ordination 19.09.1772, † 09.12.1780
Zeitraum von1767 bis 1780

BiographieVitus Stollmaier aus Überlingen am Bodensee, Fr. und Acolyth, Philosophiestudent in Ingolstadt, † 09.12.1601 in Ingolstadt, dort begraben im Franziskanerkloster
Zeitraum von1601 bis 1601
ZusatzinformationenPhilosophie-Student in Ingolstadt




Totengedenken im Aldersbacher Nekrolog


Fratris Marquardi monachi. Ioannis villici de Gumprechting [Gumperting]. Item Ieutae de Gumprechting.

Fr. Viti Stollemair Überlingani aeroniani, professi ac acolythi huius domus, qui obiit Ingolstadii [Ingolstadt] anno 1601 in studiies philosophicis agens, ad fratres franciscanos ibidem sepultus. Obiit P. Ioannes Achter ex monasterio Novacella prope Frisingam [Freising] anno 1603. Fr. Alberti ex monasterio Schyrensi [Scheyern] 1687. Honesti Stephani Kraus civis Monacensis [München] non decembris pie in Christo defuncti anno 1683 confratris nostri patris [falsch am 20.12. eingetragen].



Precatio pro omnibus fidelibus defunctis.

Memento domine patrum, matrum, fratrum, sororum, consanguineorum, benefactorum nostrorum, omniumque fidelium defunctorum, et quaecunque in vita deliquerunt, ignosce. Nemo .N. sine precatio, nisi tu domine, qui potest mirgrantibus dare requiem. Colloca ergo animas eorum, o pater misericordiam, in delitiis paradise, in regno suo, in locis fulgidis, in locis virentibus, in locis refrigerii, in sinu Abrahae, Isaac, Iacob, et sanctorum omnium, ubi tristitia et genitus nullus, sed Laetitia et iubilus sempiernus. Amen.





Freitextsuche (auch kombiniert) Transkription des Nekrologs
 
Biographie (Namen, Orte, Funktionen usw.)  
max. drei Suchworte, " " nicht möglich    
 



Edition der Aldersbacher Nekrologe

von Robert Klugseder


Das Aldersbacher Nekrolog (Totenbuch) wurde von Maximilian Fastlinger und Joseph Sturm herausgegeben (Necrologia Alderspacensia, in: Necrologiae Germaniae (= Monumenta Germaniae Historica. Necrologia Germaniae Bd. 4. Diocesis Pataviensis), Hannover 1920, 3-26). Diese Edition diente als Grundlage für die hier erfolgte Neuausgabe, wobei nur die Quellen A und D Berück­sichtigung fanden. Die Quellen B und C sind keine Nekrologien im eigentlichen Sinn, sie enthalten (B) eine Aufstellung der in den Jahren 1440-69 verstorbenen Konventualen bzw. (C) eine Äbteliste von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Informationen der Quellen B und C wurden jedoch für die Zusammenstellung der Mönchsdatenbank ausgewertet.

Die älteste Quelle A besteht aus zwei Fragmentdoppelblättern eines Nekrologs, das um die Mitte des 14. Jahrhunderts angefertigt worden war: Zum einen ein Spiegelfragment aus BSB Clm 2789, das in der Edition der MonGer Berück­sichtigung fand, sowie ein von mir neu entdecktes Blatt, das heute als Einband der Aldersbacher Archivalie BayHStA KL Fasz. 9, Nr. 31 dient. Quelle A (neu) umfasst Eintragungen für die Monate Januar, März, April und Juni. Zudem sehr wahrscheinlich einen Hinweis auf die Weihe des von Abt Nikolaus II. (reg. 1371-95) gestifteten Altars zu Ehren seines Namenspatrons Mitte Juli (vermutlich am Tag der Translatio Nicolai am 09.07., das genaue Datum lässt sich nicht feststellen).

Das Nekrolog D (BayHStA KAAA 34, vormals KL Aldersbach 8) wurde 1593 angefertigt. Der letzte Eintrag des Altbestandes stammt vom 19.05.1593, der erste Nachtrag erfolgte am 03.03.1594. Die Edition der MonGer umfasst nur den Altbestand, die zahlreichen späteren Nachträge, die bis 1723 reichen, wurden hingegen nicht berücksichtigt. Die Ergänzungen werden im Rahmen dieser Online-Edition nach und nach ergänzt (Quelle D-Erg).

Kompilator der Quelle D könnte der Mönch Albert Reichenspuecher sein, der zur Entstehungszeit des Nekrologs als Schreiber und Kantor im Kloster tätig war († 24.05.1625). Seine Geschwister Katharina († 1595) und Johannes wurden ebenfalls im Nekrolog berücksichtigt (Nachträge).

Eine bisher nicht berücksichtigte Abschrift des Nekrologs D stellt die Archivalie BayHStA KAAA 35 (Quelle E, vormals KL Aldersbach 7) aus dem Jahr 1627 dar. Die Kopie enthält den Altbestand von Quelle D und die Nachträge bis etwa zum Jahr 1650. Nekrologische Eintragungen sind zudem in einzelnen liturgischen Kalendarien zu finden, so zum Beispiel in BSB Clm 11102 aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Unter den rund 2000 Personen, die im Altbestand von Nekrolog D Berücksichtigung finden, sind zuerst die Eintragungen für die Aldersbacher Äbte, Mönche und Konversen zu erwähnen. Dieses Nekrolog stellt somit eine wichtige Quelle für spätere Mönchskataloge, für die Zusammenstellung von Ludwig Heinrich Krick und auch für die Mönchsdatenbank dieser Webseite dar. Vereinzelt finden auch Aldersbacher Familiares (Klosterangestellte) Erwähnung. Bemerkenswert ist die Aufnahme von neun Äbten des Mutterklosters Ebrach, unter ihnen der erste Abt dieses Klosters und Gründerabt von Aldersbach Adam. Die Berücksichtigung einiger französischer Könige und Königinnen geht mit einiger Sicherheit auf eine zisterziensische Tradition zurück. In etlichen Fällen werden auch Wohltäter des Klosters und deren Stiftungen sehr detailliert dargestellt.

Nachfolgende Übersicht beinhaltet, nach gesellschaftlichem Rang geordnet, Persönlichkeiten aus Kirche und Staat. Für das hohe Mittelalter nehmen die Wittelsbacher und Babenberger Herzöge sowie die Grafen von Ortenburg eine wichtige Rolle ein. Die Wittelsbacher behielten diese Bedeutung bis zum Ende des Teilherzogtums Niederbayern-Landshut, das durch den Tod Herzogs Georg des Reichen im Jahr 1503 eingeleitet worden war. Als einziger Kaiser fand Ludwig IV. der Bayer Eingang in das Nekrolog. Der Herrscher war ein wichtiger Förderer des Klosters und trug in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wesentlich zum wirtschaftlichen Aufstieg Aldersbachs bei.




[ ] = offizieller Sterbetag, abweichend vom Nekrolog

Päpste

  • Honorius III. — † 18.03.1227
  • Innozenz IV. — † 07.12.1254

Bischöfe

  • Diethelm von Krenkingen, Bischof von Konstanz — † 11.[12.]04.1206
  • Wolfger von Erla, Bischof von Passau und Patriarch von Aquileia — † 23.03.1218
  • Eberhard von Regensberg, Erzbischof von Salzburg — † 01.12.1246
  • Rüdiger von Bergheim, Bischof von Passau — † 14.04.1258
  • Otto von Lonsdorf, Bischof von Passau — † 09.04.1265
  • Bonifatius von Savoyen, Erzbischof von Canterbury — † 18.07.1270
  • Petrus, Bischof von Passau — † 20.02.1280
  • Heinrich II. von Rotteneck, Bischof von Regensburg — † 25.[26.]07.1296
  • Bernhard von Prambach, Bischof von Passau — † 29.07[27.].1313
  • Friedrich III. von Leuchtenberg, Bischof von Eichstätt und Abt von Ebrach — † 24.[27.]03.1329
  • Albert II. von Sachsen-Wittenberg, Bischof von Passau — † 18.[19.]05.1342
  • Georg von Hohenlohe, Bischof von Passau und Administrator von Gran † 07.[03.]08.1423

Äbte des Mutterklosters Ebrach

  • Adam — † 23.11.1166, erster Abt und Gründerabt von Aldersbach, Seliger
  • Burkard II. — † 26.05.1187
  • Hermann I. — † 31.[20.]05. nach 1200
  • Nikolaus I. — † 28.10.1271 [unsicher]
  • Winrich — † 09.04.1290
  • Friedrich Landgraf von Leuchtenberg, Bischof von Eichstätt und Abt von Ebrach — † 24.[27.]03.1329
  • Otto Jäger — † 09.06.1385
  • Heinrich III. Heppe — † 19.11.1426
  • Hermann III. von Kottenheim — † 06.11.1447 [unsicher]
  • Heinrich V. Blumentrost — † 15.[16.]01.1453[1455]
  • Johannes V. Dressel — † 05.[16.]04.1637

Kaiser

  • Kaiser Ludwig IV. der Bayer — † 11.10.1347

Könige und Königinnen

  • Philipp II., König von Frankreich — † 14.07.1223
  • Ludwig VIII., König von Frankreich — † 08.11.1226
  • Isabella von Frankreich, Schwester des französischen Königs Ludwig VIII., Heilige — † 23.02.1269
  • Theobald II., König von Navarra — † 05.[04.]12.1270 [unsicher, vielleicht verwechselt mit
  • Theobald I. — † 08.07.1253, Förderer des Zisterzienserordens]
  • Isabella von Aragón, Königin von Frankreich und Frau von Philipp III., 27.[28.]01.1271
  • Richard von Cornwall, römisch-deutscher König — † 26.03.[02.04.]1272 [unsicher]
  • Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen — † 27.08.1278
  • Wenzel II., König von Böhmen — † 12.07.[21.06.]1305 [unsicher]
  • Otto III., Herzog von Niederbayern und König von Ungarn, † 09.09.1312
  • Margarete von Österreich, Königin von Spanien, † 15.12.[03.10.]1611

Herzöge und Herzoginnen von Bayern, Niederbayern, Straubing-Holland und Bayern-Landshut aus dem Haus Wittelsbach

  • Markgraf Leopold IV., Herzog von Bayern — † 18.10.1141
  • Ludwig der Kelheimer, Herzog von Bayern — † 14.[15.]09.1231
  • Sophia von Bayern — † 02.04.[04.02.]1282 [vermutlich identisch mit Sophia Gräfin von Henneberg,
  • Tochter Herzog Heinrichs von Bayern — † 23.04.]
  • Heinrich XIII., Herzog von Bayern bzw. erster Herzog von Niederbayern — † 03.02.1290
  • Ludwig III., Herzog von Niederbayern, Sohn Herzog Heinrichs XIII. — † 16.[13.]05.1296
  • Agnes von Bayern, Nonne in Seligenthal — † 15.11.[07.12.]1306 [unsicher]
  • Otto III., Herzog von Niederbayern und König von Ungarn — † 09.09.1312
  • Elisabeth von Bayern, erstgeborene Tochter Herzogs Heinrichs XIII., Nonne in Seligenthal — † 10.08.1314
  • Heinrich XV. der Natternberger, Herzog von Niederbayern, Sohn König Ottos von Ungarn — † 14.09.[18.06.]1333 [abweichendes Datum, vermutlich mit Ludwig dem Kelheimer zusammengelegt]
  • Otto IV., Herzog von Niederbayern, †29.11.[14.12]1334
  • Heinrich XIV., Herzog von Niederbayern, Sohn Herzog Stephans I., bedeutender Förderer des Klosters — † 01.09.1339
  • Albrecht II. von Bayern, Statthalter von Niederbayern des Herzogtums Straubing-Holland, großer Förderer des Klosters — † 21.01.1397
  • Hedwig Jagiellonica, Gemahlin Georgs des Reichen von Bayern-Landshut, Tochter des polnischen
  • Königs Kasimir IV. Andreas — † 19.[18.]02.1502 [-> „Landshuter Hochzeit“ 14.11.1475]
  • Georg der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut — † 01.12.1503

Markgrafen im Osten / Herzöge von Österreich aus dem Haus Babenberg

  • Markgraf Leopold IV., Herzog von Bayern — † 18.10.1141
  • Leopold V., Herzog von Österreich — † 28.[31.]12.1194
  • Friedrich II., Herzog von Österreich — † 15.06.1246

Grafen und Gräfinnen von Ortenburg

  • Rapoto I. — † 26.08.1186
  • Elisabeth (Gräfin von Sulzbach), Gemahlin von Graf Rapoto I. † 22.01.1206 [Krick: 23.01.1205]
  • Rapoto II. — † 18.[19.]03.1231
  • Jutta — † 31.05.
  • Heinrich I. — † 15.02.1241
  • Diepold — † 19.08.1286



Auffallend ist das Fehlen der Heiligen Bischof Otto von Bamberg, Gründer Aldersbachs, und des Babenberger Markgrafen im Osten Leopold III. (reg. 1095-1136), der dem Kloster den Zins eines Weinberges in Krems überlassen hatte. Das Fehlen kann man vermutlich damit erklären, dass beide nach ihrer Kanonisation in litur­gischen Büchern des Klosters Berücksichtigung fanden. Für die Heiligen war somit ein eigener litur­gischer Ritus vorgesehen. Den Personenkreis des Nekrologs schloss man hingegen nur in das Toten­gedenken des jeweiligen Tages mit ein.

Im Mittelalter scheinen vor allem Angehörige von benachbarten oder von Tochter-Klöstern (TK) Aufnahme in die Nekrologien gefunden zu haben. Mit 56 Nennungen ist Niederalteich die am häufigsten genannte Gemeinschaft, gefolgt von St. Nikola Passau (24), Osterhofen (11), Gotteszell (TK, 8), Asbach (7), Fürstenzell (TK, 7) und Fürstenfeld (TK, 3). Mit dem Beginn der Neuzeit spielen immer mehr Gebetsverbrüderungen mit anderen Konventen eine wichtige Rolle. So ist auch die beachtliche Anzahl von 31 Nennungen für das Augustiner-Chorherrenkloster Rohr zu erklären. In den noch nicht vollständig veröffentlichen Nachträgen des Nekrologs D finden sich u.a. auch Ange­hörige der Klöster Andechs, Au am Inn, Beyharting, Beuerberg, Dießen, Engelszell, Ettal, Herrenchiemsee, Indersdorf, Kloster­neuburg, Kremsmünster, Lambach, Landshut Seligenthal und Neustift, Mallersdorf, Metten, Michaelbeuern, Mondsee, Neustift (Freising), Niederschönenfeld, Ober­schönen­feld, Passau Niedernburg und St. Nikola, Ranshofen, Reichersberg, Regensburg Prüfening und St. Emmeram, Salem, Salzburg Nonnberg und St. Peter, Schäftlarn, Scheyern, Schöntal, Seiten­stetten, Stams, Vornbach, Wald, Walderbach, Weihen­stephan, Wien Augustiner-Eremiten am Hof und Augustiner-Chorherren St. Dorothea, Windberg, Wilhering und Zwettl. Die Verstorbenen dieser Klöster wurden immer wieder auch gesammelt an einem Tag in das Nekrolog eingetragen (Mitteilung in Form von "Sammel-Rotuli"). Diese Datumszuweisungen stellen natürlich nicht oder nicht für jede Person den tatsächlichen Sterbetag (oder -jahr) dar.

Durch den deutlichen Rückgang der Stiftungen in der Neuzeit nimmt die Zahl der Nennungen von Wohltätern deutlich ab. Eine Neuerung stellt die Berücksichtigung von zahlreichen Angehörigen von Konventualen dar (v.a. Eltern und Geschwister), besonders umfangreich sind hier die Zusammen­stellungen von Verwandten von adeligen Konventualen wie z.B. der Familie Mändl von Deutenhofen. Klosterangestellte (Familiares) spielen in den späteren Ergänzungen hingegen kaum noch eine Rolle.

Ein Doppelplatt von Quelle A [neu] dient heute als Vorsatzblatt der Handschrift BSB Clm 2789. Dieser Codex wurde laut Explizit (fol. 282r) während der Regierung von Abt Johannes III. Plüer vom Schreiber Jakob Woltz kompiliert und am 24. Juli 1461 fertig­gestellt. Man kann davon ausgehen, dass der Bucheinband kurz darauf hergestellt wurde, das Nekrolog A also bereits zu dieser Zeit makuliert worden war. Dafür spricht auch, dass das zweite Doppelblatt als Einband für ein Stiftsbuch der Jahre 1460/61 dient (Teil der Sammelsignatur BayHStA KL Fasz. 9, Nr. 31). Quelle D kann somit keine direkte Abschrift von Quelle A sein, zur tatsächlichen Vorlage A* fehlen hingegen jegliche Hinweise. Beim Vergleich der fragmentarischen Quelle A mit Quelle D wird deutlich, dass spätestens bei der Neuzusammenstellung von Quelle D am Ende des 16. Jahrhunderts redaktionell eingegriffen wurde. Nicht mehr relevante Eintragungen wurden getilgt, Gedenktage getauscht und ältere Eintragungen um weitere Informationen ergänzt. Quelle A, deren jüngster Eintrag sich auf 1331 datieren lässt, enthält auch Hinweise auf Weihehandlungen (die in Quelle D fehlen): 18.01. „Dedicatio altaris sancti Iohannis ewangeliste“. 21.06. „Dedicatio amborum altarium et capelle Lewolfinger“ und vermutlich zum 09.07. der Nachtrag „Dedicatio altaris sancti Nicolai“.

Mit dem Abbatiat Plüers beginnt eine Blütezeit des Klosters, der Abt wird in den Quellen daher auch als zweiter Gründer bezeichnet. In diese Zeit fällt nicht nur die Produktion zahlreicher Bücher, sondern auch eine Sichtung und Neuorganisation des Archivs. Im Zusammenhang oder als Folge der Verleihung der Pontifikalien im Jahr 1444 beschäf­tigte man sich mit der Hausgeschichte, hier entstand die Fama der Kostergründung u.a. durch die „Grafen“ von Aldersbach und auch das Klosterwappen lässt sich zu dieser Zeit zum ersten Mal nachweisen. Diese Neube­wertung der eigenen Historia könnte auch zu einer Neufassung des Nekrologs geführt haben. In Nekrolog D findet sich zum 17.05. ein Memorialreintrag für die angeblichen Klostergründer: „Eberhardi de Suntzing. Eberhardi et Ratoldi de Ekkehaim [Egglham]. Ruperti et Calochi fratris eius de Alderspach [Aldersbach], fundatorum ecclesiae nostrae“. Diese Notiz wurde von einem späteren Nutzer des Nekrologs als „Error“, als fehlerhafter Eintrag klassifiziert. Spätestens im 18. Jahrhundert rückte die Haustradition von der Gründungsfama ab und besann sich wieder auf den tatsächlichen Gründer, den 1189 heiliggesprochenen Bischof Otto von Bamberg.

Offensichtliche Transkriptions- und Datierungsfehler sowie inkorrekte Identi­fizierungen von Personen der MonGer-Edition wurden korrigiert. Abge­kürzte Schreibungen wurden aufgelöst und, wenn bekannt, heute übliche Schreib­weisen von Ortsnamen in eckigen Klammern ergänzt. Die Quellen A [neu], D und D-Ergänzungen werden in einer synoptischen Ansicht gegenübergestellt. Die bisher nicht edierten Ergänzungen von Quelle D (1594 bis 1723) sind in Bearbeitung (akueller Stand: Januar-März). Der besseren Lesbarkeit wegen werden die hier im Übermaß vorhandenen Ehren­bezeichnungen (z.B. referendissimus, amplissimus) für Gewöhnlich nicht übertragen. Zudem sind etliche Nachträge schlecht lesbar, verblasst oder anderweitig beschädigt, wodurch teilweise keine fehlerfreie bzw. vollständige Übertragung möglich war. Unsichere Passagen wurden daher mit "?", Lücken mit [?] gekennzeichnet.


Vokabular Verwandtschaftsbeziehungen

  1. affinis : Verschwägerte
  2. agnatus : Blutsverwandter (väterlicherseits)
  3. avunculus -a : Onkel / Tante (mütterlicherseits)
  4. cognatus -a : Blutsverwandter (natürlich)
  5. consanguineus : Blutsverwandter
  6. consobrinus -a : Geschwisterkind
  7. frater : Bruder
  8. germanus -a : Bruder /Schwester
  9. mater : Mutter
  10. matertera : Tante (mütterlicherseits)
  11. noverca : Stiefmutter
  12. pater : Vater
  13. patrueilis -a: Cousin(e) (väterlicherseits)
  14. patruus : Onkel (väterlicherseits)
  15. soror : Schwester
  16. sororus : Schwager
  17. vitricus : Stiefvater