Memento mori (Totengedenken) am 14. August

Am heutigen Datum verstorbene Klosterangehörige

BiographiePetrus, Priester und Mönch
Zeitraum von1146 bis 1499




Totengedenken im Aldersbacher Nekrolog


Petri sacerdotis et monachi. Sifridi de Neuburga [Klosterneuburg] et Elisabetbae uxoris eius.

Obiit P. Ioannes Baptista Maestling in monasterio Montis Sancti Andechs cuius anima requiescat in sancta pacis 1613. Domini Mauri Mair abbatis in Aschbach [Asbach] [1640]. P. Mathaei Massengail cellerarii, P. Andreae Wimmer senioris, P. Placidi Simonis, P. Georgii Joch, P. Benedicti Graffleitner, P. Romani Hannl, P. Thomae Verrinus, P. Wolfgangi Mörthön, Fr. Matthiae Eckl professorum in Aschbach [Asbach]. Nobilis et ingenui adolescentis Ioannis Christophori Scheiffeli confratris nostri fratris 1634. Domini Ubaldi Fraurieder ex canonia Rorensi [Rohr] 1688. Ex Seittenstetten [Seitenstetten] P. Edmundi Soppatnigg 1694. Ad Sanctum Emmeramum [Regensburg St. Emmeram] P. Bonifacii Apparnick 1695. Ex Altenburg P. Adalberti Kern et ? Gott.





Precatio pro omnibus fidelibus defunctis.

Memento domine patrum, matrum, fratrum, sororum, consanguineorum, benefactorum nostrorum, omniumque fidelium defunctorum, et quaecunque in vita deliquerunt, ignosce. Nemo .N. sine precatio, nisi tu domine, qui potest mirgrantibus dare requiem. Colloca ergo animas eorum, o pater misericordiam, in delitiis paradise, in regno suo, in locis fulgidis, in locis virentibus, in locis refrigerii, in sinu Abrahae, Isaac, Iacob, et sanctorum omnium, ubi tristitia et genitus nullus, sed Laetitia et iubilus sempiernus. Amen.





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Neuedition der Aldersbacher Nekrologe

von Robert Klugseder


Eine erste Edition des Aldersbacher Nekrologs (Totenbuch) wurde von Maxi­milian Fastlinger und Joseph Sturm geleistet (Necrologia Alderspa­censia, in: Necrologiae Germaniae (= Monumenta Germaniae Historica. Necro­logia Germaniae Bd. 4. Diocesis Pataviensis), Hannover 1920, 3-26). Diese Publikation diente als Grundlage für die hier erfolgte Neuausgabe, wobei nur die Quellen A und D Berück­sichtigung fanden. Die Quellen B und C sind keine Nekrologien im eigentlichen Sinn, sie enthalten (B) eine Aufstellung der in den Jahren 1440-69 verstorbenen Konventualen bzw. (C) eine Äbteliste von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die Informationen der Quellen B und C wurden jedoch für die Zusammenstellung der Mönchsdatenbank ausge­wertet.

Die älteste Quelle A besteht aus zwei Fragmentdoppelblättern eines Nekrologs, das vermutlich im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts angefertigt worden war. Es besteht zum einen aus dem Spiegelfragment in BSB Clm 2789, das in der Edition der MonGer Berück­sichtigung fand, zum anderen aus einem von mir neu entdeckten Blatt, das als Einband der Aldersbacher Archivalie BayHStA KAAA 358 (vormals KL Fasz. 9, Nr. 31) dient. Quelle A (neu) umfasst Eintragungen für die Monate Januar, März, April und Juni. Zudem sehr wahrscheinlich einen Hinweis auf die Weihe des von Abt Nikolaus II. (reg. 1371-95) gestifteten Altars zu Ehren seines Namenspatrons Mitte Juli (vermutlich am Tag der Translatio Nicolai am 09.07., das genaue Datum lässt sich nicht feststellen).

Das Nekrolog D (BayHStA KAAA 34, vormals KL Aldersbach 8) wurde 1593 angefertigt. Der letzte Eintrag des Altbestandes stammt vom 19.05.1593, der erste Nachtrag erfolgte am 03.03.1594. Die Edition der MonGer umfasst nur den Altbestand, die zahlreichen späteren Nachträge, die bis 1725 reichen, fanden hingegen keine Berücksichtigung. Diese Ergänzungen wurden für die Online-Edition vollständig transkribiert (Quelle D-Erg).

Kompilator der Quelle D könnte der Mönch Albert Reichenspuecher sein, der zur Entstehungszeit des Nekrologs als Schreiber und Kantor im Kloster tätig war († 24.05.1625). Auch seine Geschwister Katharina († 1595) und Johannes sind im Nekrolog berücksichtigt (Nachträge).

Eine bisher kaum beachtete Abschrift des Nekrologs D stellt die Archivalie BayHStA KAAA 35 (Quelle E, vormals KL Aldersbach 7) aus dem Jahr 1627 dar. Die Kopie enthält den Altbestand von Quelle D und die Nachträge bis zum Jahr 1651 mit nur marginalen Unterschieden (abweichende bzw. verkürzte Formulierungen sowie wenige zusätzliche Eintragungen). Nekrologische Notizen sind zudem in einzelnen liturgischen Kalendarien zu finden, so zum Beispiel in BSB Clm 11.102 aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Unter den rund 2000 Personen, die im Altbestand von Quelle D Berücksichtigung finden, sind zuerst die Eintragungen für die Aldersbacher Äbte, Mönche und Konversen zu erwähnen. Dieses Nekrolog stellt somit eine wichtige Quelle für spätere Mönchskataloge, für die Zusammenstellung von Ludwig Heinrich Krick und auch für die Mönchsdatenbank dieser Webseite dar. Immer wieder finden auch Aldersbacher Familiares (Kloster­angestellte) Erwähnung. Bemerkenswert ist zudem die Aufnahme von 14 Äbten des Mutterklosters Ebrach, unter ihnen der erste Abt dieses Klosters und Gründerabt von Aldersbach Adam. Die Berücksichtigung einiger französischer Könige und Königinnen geht mit einiger Sicherheit auf eine zisterziensische Tradition zurück. In etlichen Fällen werden auch Wohltäter des Klosters und deren (Seelgerät-)Stiftungen sehr detailliert dargestellt.

Nachfolgende Übersicht beinhaltet nach gesellschaftlichem Rang geordnet Persönlichkeiten aus Kirche und Staat. Für das hohe Mittelalter nehmen die Wittelsbacher und Babenberger Herzöge sowie die Grafen von Ortenburg eine wichtige Rolle ein. Die Wittelsbacher behielten diese Bedeutung bis zum Ende des Teilherzogtums Niederbayern-Landshut, das durch den Tod Herzogs Georg des Reichen im Jahr 1503 eingeleitet worden war. Als einziger Kaiser fand Ludwig IV. der Bayer Eingang in das Nekrolog. Der Herrscher war ein wichtiger Förderer des Klosters und trug in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wesentlich zum wirtschaftlichen Aufstieg Aldersbachs bei.




[ ] = offizieller Sterbetag, abweichend vom Nekrolog

Päpste

  • Honorius III. — † 18.03.1227
  • Innozenz IV. — † 07.12.1254

Bischöfe

  • Diethelm von Krenkingen, Bischof von Konstanz — † 11.[12.]04.1206
  • Wolfger von Erla, Bischof von Passau und Patriarch von Aquileia — † 23.03.1218
  • Eberhard von Regensberg, Erzbischof von Salzburg — † 01.12.1246
  • Rüdiger von Bergheim, Bischof von Passau — † 14.04.1258
  • Otto von Lonsdorf, Bischof von Passau — † 09.04.1265
  • Bonifatius von Savoyen, Erzbischof von Canterbury — † 18.07.1270
  • Petrus, Bischof von Passau — † 20.02.1280
  • Heinrich II. von Rotteneck, Bischof von Regensburg — † 25.[26.]07.1296
  • Bernhard von Prambach, Bischof von Passau — † 29.07[27.].1313
  • Friedrich III. von Leuchtenberg, Bischof von Eichstätt und Abt von Ebrach — † 24.[27.]03.1329
  • Albert II. von Sachsen-Wittenberg, Bischof von Passau — † 18.[19.]05.1342
  • Georg von Hohenlohe, Bischof von Passau und Administrator von Gran — † 07.[03.]08.1423
  • Augustinus Pitterich, Titularbischof von Germanicia und Weihbischof von Wien — † 29.06.1629
  • Johannes Brenner, Weihbischof von Passau — † 22.[13.]09.1629
  • Johann Walterfinger, Titularbischof von Germanicia und Weihbischof von Wien — † 22?.09.1649

Äbte des Mutterklosters Ebrach

  • Adam — † 23.11.1166, erster Abt und Gründerabt von Aldersbach, Seliger
  • Burkard II. — † 26.05.1187
  • Hermann I. — † 31.[20.]05. nach 1200
  • Nikolaus I. — † 28.10.1271 [unsicher]
  • Winrich — † 09.04.1290
  • Friedrich Landgraf von Leuchtenberg, Bischof von Eichstätt und Abt von Ebrach — † 24.[27.]03.1329
  • Otto Jäger — † 09.06.1385
  • Heinrich III. Heppe — † 19.11.1426
  • Hermann III. von Kottenheim — † 06.11.1447 [unsicher]
  • Heinrich V. Blumentrost — † 15.[16.]01.1453[1455]
  • Hieronymus I. Hölein — † 05.06.[25.11.]1615
  • Johannes V. Dressel — † 05.[16.]04.1637
  • Heinrich VI. Pförtner — † 04.[05.]10.1646
  • Ludwig Ludwig — † 13.[23.]05.1696

Kaiser

  • Kaiser Ludwig IV. der Bayer — † 11.10.1347

Könige und Königinnen

  • Philipp II., König von Frankreich — † 14.07.1223
  • Ludwig VIII., König von Frankreich — † 08.11.1226
  • Isabella von Frankreich, Schwester des französischen Königs Ludwig VIII., Heilige — † 23.02.1269
  • Theobald II., König von Navarra — † 05.[04.]12.1270 [unsicher, vielleicht verwechselt mit
  • Theobald I. — † 08.07.1253, Förderer des Zisterzienserordens]
  • Isabella von Aragón, Königin von Frankreich und Frau von Philipp III., 27.[28.]01.1271
  • Richard von Cornwall, römisch-deutscher König — † 26.03.[02.04.]1272 [unsicher]
  • Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen — † 27.08.1278
  • Wenzel II., König von Böhmen — † 12.07.[21.06.]1305 [unsicher]
  • Otto III., Herzog von Niederbayern und König von Ungarn, † 09.09.1312
  • Margarete von Österreich, Königin von Spanien — † 15.12.[03.10.]1611

Markgrafen im Osten / Herzöge von Bayern und Österreich aus dem Haus Babenberg

  • Markgraf Leopold IV., Herzog von Bayern — † 18.10.1141
  • Leopold V., Herzog von Österreich — † 28.[31.]12.1194
  • Friedrich II., Herzog von Österreich — † 15.06.1246

Herzöge und Herzoginnen von Bayern, Niederbayern, Straubing-Holland und Bayern-Landshut aus dem Haus Wittelsbach

  • Ludwig der Kelheimer, Herzog von Bayern — † 14.[15.]09.1231
  • Sophia von Bayern — † 02.04.[04.02.]1282 [vermutlich identisch mit Sophia Gräfin von Henneberg, Tochter Herzog Heinrichs von Bayern — † 23.04.]
  • Heinrich XIII., Herzog von Bayern bzw. erster Herzog von Niederbayern — † 03.02.1290
  • Ludwig III., Herzog von Niederbayern, Sohn Herzog Heinrichs XIII. — † 16.[13.]05.1296
  • Agnes von Bayern, Nonne in Seligenthal — † 15.11.[07.12.]1306 [unsicher]
  • Otto III., Herzog von Niederbayern und König von Ungarn — † 09.09.1312
  • Elisabeth von Bayern, erstgeborene Tochter Herzogs Heinrichs XIII., Nonne in Seligenthal — † 10.08.1314
  • Heinrich XV. der Natternberger, Herzog von Niederbayern, Sohn König Ottos von Ungarn — † 14.09.[18.06.]1333 [abweichendes Datum, vermutlich mit Ludwig dem Kelheimer zusammengelegt]
  • Otto IV., Herzog von Niederbayern, †29.11.[14.12]1334
  • Heinrich XIV., Herzog von Niederbayern, Sohn Herzog Stephans I., bedeutender Förderer des Klosters — † 01.09.1339
  • Albrecht II. von Bayern, Statthalter von Niederbayern des Herzogtums Straubing-Holland, großer Förderer des Klosters — † 21.01.1397
  • Hedwig Jagiellonica, Gemahlin Georgs des Reichen von Bayern-Landshut, Tochter des polnischen
  • Königs Kasimir IV. Andreas — † 19.[18.]02.1502 [-> „Landshuter Hochzeit“ 14.11.1475]
  • Georg der Reiche, Herzog von Bayern-Landshut — † 01.12.1503
  • Kurfürst Maximilian von Bayern — † 27.09.1651

Grafen und Gräfinnen von Ortenburg

  • Rapoto I. — † 26.08.1186
  • Elisabeth (Gräfin von Sulzbach), Gemahlin von Graf Rapoto I. † 22.01.1206 [Krick: 23.01.1205]
  • Rapoto II. — † 18.[19.]03.1231
  • Jutta — † 31.05.
  • Heinrich I. — † 15.02.1241
  • Diepold — † 19.08.1286



Auffallend ist das Fehlen des hl. Bischofs Otto von Bamberg, Gründer Aldersbachs, und des hl. Leopolds (III., der Fromme), Babenberger Markgraf im Osten (reg. 1095-1136), der dem Kloster den Zins eines Weinberges in Krems überlassen hatte. Das Fehlen kann man vermutlich damit erklären, dass beide nach ihrer Kanonisation (1189 bzw. 1485) in litur­gischen Büchern des Klosters Berücksichtigung fanden, für die Heiligen war somit ein eigener litur­gischer Ritus vorgesehen. Die im Nekrolog genannten Personen schloss man hingegen nur in das Toten­gedenken des jeweiligen Tages ein.

Im Mittelalter scheinen vor allem Angehörige des Mutterklosters Ebrach (12), von benachbarten oder von Tochterklöstern (TK) Aufnahme in die Nekrologien gefunden zu haben. Mit 59 Nennungen ist Niederalteich die am häufigsten genannte Gemeinschaft, gefolgt von Osterhofen (12), Reichersberg und Passau St. Nikola (je 9), Gottes­zell (TK) und Fürstenzell (TK, je 8), Asbach (7), Klosterneuburg (6) und Wilhering (5). Mit dem Beginn der Neuzeit spielen hingegen immer mehr Gebets­verbrüderungen mit anderen Konventen eine wichtige Rolle. So ist auch die beachtliche Anzahl von 33 Nennungen für das Augustiner-Chorherrenkloster Rohr zu erklären. In den noch nicht vollständig veröffentlichen Nachträgen des Nekrologs D finden sich unter den rund 2500 Namens­nennungen Ange­hörige von etwa 85 weiteren Klöstern. In diesen Ergänzungen werden nachfolgende Konvente am häufigsten erwähnt: Das seit 1581 von Aldersbach betreute Zisterzienser­innen­kloster Seligenthal (73), das Frauenkloster Salzburg Nonnberg (39), die Herrenstifte Oberalteich (59), Niederalteich (50), Michaelbeuern (46), Raitenhaslach (40), Regensburg St. Emmeram (37), Seitenstetten und Kremsmünster (je 34), Salzburg St. Peter (33) sowie Vornbach und Reichersberg (je 32).

Einen visuellen Überblick aller Klosterstandorte vermittelt nachfolgende Karte (mit tabellarischer Übersicht).














Ohne den Wegen der Rotoli bzw. Breve weiter nachgehen zu wollen, scheinen sich drei Hauptrouten für die Verbreitung der Todesnachrichten etabliert zu haben: 1. Osterhofen-Niederalteich-[Metten]-[Windberg]-Oberalteich-Regensburg. 2. Raitenhaslach-Michaelbeuern-[Mondsee]-Salzburg und 3. Vornbach-Reichersberg-Kremsmünster-Seitenstetten-Altenburg-[Klosterneuburg]-[Wien]. Abgesehen von wenigen Vereinbarungen für Gebets­ver­brüderungen in Akten und Urkunden des BayHStA mit den Klöstern Niederalteich (1461), Asbach (1471), St. Nikola Passau (1506), Rohr (1522) und Heilig-Kreuz Regensburg (1756) ist aus Aldersbach kein Verbrüderungsbuch im eigentlichen Sinn erhalten. Es ist daher schwer zu beurteilen, in wie weit die im Nekrolog zahlreich vertretenen Klöster auch formell mit den Aldersbacher Zisterziensern verbrüdert waren. Ich vermute, dass das Vilstalkloster neben dem ordensinternen Nachrichtennetzwerk auch Teil der genannten "Nekrolog-Netzwerke" im südostbayerisch-österreichischen Raum war und dadurch auch Personen Berücksichtigung fanden, die nicht unbedingt aus einem konföderierten Kloster stammten.


Transkription der Verbrüderungsurkunde mit dem Benediktinerkloster Niederalteich vom 15.07.1461 (Quelle: BayHStA KU Aldersbach 962).


Petrus de gracia abbas totusque conventus monasterii sancti Mauricii in inferiori Altach ordinis sancti Benedicti Pataviensis diocesis. Venerabili in Christo patri et domino domino Iohanni divina permissione abbati totique conventui monasterii sancte Marie virginis in Alderspach Cisterciensis ordinis diocesis prefate. Cum omnibus devotis in presenti tranquillam agere vitam et in futuro gloriam domini feliciter speculari. Hec est vera fraternitas et indissolubilis caritatis nexus quem sanctarum efficit unio voluntatum quod bona devotorum singularia quanto pluribus et implures dirmantur tanto succrescunt in cumulum propensius et augentur et mutum unius dum ex accta intencione in alios se communicat et delatat tanto in suo fontali principio acernatur. Ex quo contingit quod devotus religiosorum numerus qui temporalia arbitrati sunt ut stercora et Christum pauperem sunt secuti inopes rebus et consciencia locupletes thesaurum in mentibus reconditum possident nil habentes. Hinc est quod cum olim in sanctam societatem spiritus convenerimus que aliquandiu incaluit infernere nunc quod dolenus dici?us efferbuit et refriguit dormiens in memoria semiviva. Quapropter ne dictam vincturam commendabilem et decentem temporum vetustate frigefieri aut quod absit contingat totaliter sepeliri nobis eandem placuit innovare presentibus sub hoc pacto ut vos participes faciamus omnium oracionum vigiliarum missarum abstinenciarum elemosinarum ac aliorum operum quorumcumque que per nos operabitur dignacio salvatoris. Et quocienscumque unius ex vobis fratribus obitus quem deus pro pietate differat nobis fuerit intimatus nos pro euisdem anima omnia et singula sive excepcione fideliter et complete facienus prout in monasterio nostro fieri est consuetum. Adiunctis nichilominus per sacerdotem quem libet tribus missis. Reliqui denique monachi infra sacerdocium constituti ad integrum psalterium tenebuntur. Laici vero conversi ad centum et quinquaginta Pater noster cum totidem salutacionibus angelicis sint astracti. Adhec ne memoria vestrorum defunctorum cum sonitu campane pereat, sed pocius floreat rediviva et aput posteros perhennetur placuit nomina defunctorum nostro calendario annotari. Volentes vos nichilominus per omnia ad consimilia obligari.
Inquorum omnium testimonum atque robur presentes litteras nostri et conventus sigillorum appensione fecimus communiri. Datum anno domini millesimo quadringentesimo sexagesimo primo die quintadecima mensis Iulii.



Verstorbene Aldersbacher Mönche in einer Totenrotel des Augustiner-Chorherrenstifts St. Pölten 1483
Bildausschnitt: © Diözesanarchiv St. Pölten Inc. 120

Totenrotel für das Generalkapitel (ca. 1613), Verstorbene der bayerischen Ordensprovinz
Bildausschnitt: © BayHStA KAAA 84

Die Verstorbenen der Klöster wurden immer wieder auch gesammelt an einem Tag in das Nekrolog eingetragen (Mitteilung in Form von "Sammel-Rotuli"). Diese Datums­zu­weisungen stellen natürlich nicht oder nicht für jede Person den tatsächlichen Sterbetag (oder -jahr) dar. In der Regel wird es sich hier um den Tag der Ankunft der Boten bzw. des Eintrags in das Nekrolog handeln.

Durch den deutlichen Rückgang der Stiftungen in der Neuzeit nimmt die Zahl der Nennungen von Wohltätern deutlich ab. Eine Neuerung stellt die Berücksichtigung von zahlreichen Angehörigen von Konventualen dar (v.a. Eltern und Geschwister), besonders umfangreich sind hier die Zusammen­stellungen von Verwandten von adeligen Konventualen wie z.B. der Familie Mändl von Deutenhofen. Klosterangestellte (Familiares) spielen in den späteren Ergänzungen hingegen weniger eine Rolle.

Weitere Überlegungen zur Quelle A

Ein Doppelplatt von Quelle A [neu] dient heute als Vorsatzblatt der Handschrift BSB Clm 2789. Dieser Codex wurde laut Explizit (fol. 282r) während der Regierung von Abt Johannes III. Plüer vom Schreiber Jakob Woltz kompiliert und am 24. Juli 1461 fertig­gestellt. Man kann davon ausgehen, dass der Bucheinband kurz darauf hergestellt wurde, das Nekrolog A also bereits zu dieser Zeit makuliert worden war. Dafür spricht auch, dass das zweite Doppelblatt als Einband für ein Stiftsbuch der Jahre 1460/61 dient (Teil der Sammelsignatur BayHStA KAAA 358, vormals KL Fasz. 9, Nr. 31). Quelle D kann somit keine direkte Abschrift von Quelle A sein, zur vermuteten Vorlage A* fehlen hingegen jegliche Hinweise. Beim Vergleich der fragmen­tarischen Quelle A mit Quelle D wird deutlich, dass spätestens bei der Neuzusammen­stellung von Quelle D am Ende des 16. Jahrhunderts redaktionell eingegriffen wurde. Nicht mehr relevante Eintragungen wurden getilgt, Gedenktage getauscht und ältere Eintragungen um weitere Informationen ergänzt. Die fragmentarische Quelle A, deren jüngster Eintrag sich auf 1331 datieren lässt, enthält Hinweise auf Weihehandlungen, die in Quelle D fehlen: 18.01. „Dedicatio altaris sancti Iohannis ewangeliste“. 21.06. „Dedicatio amborum altarium et capelle Lewolfinger“ und vermutlich zum 09.07. der Nachtrag „Dedicatio altaris sancti Nicolai“.

Mit dem Abbatiat Johannes Plüers beginnt eine Blütezeit des Klosters, der Prälat wird in den Quellen daher auch als zweiter Gründer bezeichnet. In diese Zeit fällt nicht nur die Produktion zahlreicher Bücher, sondern auch eine Sichtung und Neuorganisation des Archivs. Im Zusammenhang oder als Folge der Verleihung der Pontifikalien im Jahr 1444 beschäf­tigte man sich auch mit der Hausgeschichte, hier entstand die Fama der Kostergründung u.a. durch die „Grafen“ von Aldersbach und auch das Klosterwappen lässt sich zu dieser Zeit zum ersten Mal nachweisen. Diese Neube­wertung der eigenen Historia könnte zu einer Neufassung des Nekrologs geführt haben. In Nekrolog D findet sich zum 17.05. ein Memorialreintrag für die angeblichen Klostergründer: „Eberhardi de Suntzing. Eberhardi et Ratoldi de Ekkehaim [Egglham]. Ruperti et Calochi fratris eius de Alderspach [Aldersbach], fundatorum ecclesiae nostrae“. Diese Notiz wurde von einem späteren Nutzer des Nekrologs als fehlerhafter Eintrag klassifiziert. Spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts rückte die Haustradition von der Gründungsfama ab und besann sich wieder auf den tatsächlichen Fundator, den 1189 heiliggesprochenen Bischof Otto von Bamberg.

Hinweise zur Edition

Offensichtliche Transkriptions- und Datierungsfehler sowie inkorrekte Identi­fizierungen von Personen und Orten der MonGer-Edition wurden korrigiert. Abge­kürzte Schreibungen wurden aufgelöst und, wenn bekannt, heute übliche Schreib­weisen von Ortsnamen in eckigen Klammern ergänzt. Die Quellen A [neu], D und D-Ergänzungen werden in einer synoptischen Ansicht gegenübergestellt. Die bisher nicht edierten Ergänzungen von Quelle D (1594 bis 1725) sind in Bearbeitung. Der besseren Lesbarkeit wegen wurden die im Übermaß vorhandenen Ehren­bezeichnungen (z.B. referendissimus, amplissimus) für Gewöhnlich nicht übertragen. Zudem sind etliche Nachträge schlecht lesbar, verblasst oder anderweitig beschädigt, wodurch eine fehlerfreie bzw. vollständige Übertragung nicht immer möglich war. Unsichere Passagen wurden mit "?", Lücken mit [?] gekennzeichnet.

Weiterführende Literatur: Robert Klugseder: Das Nekrolog des Klosters Aldersbach: Bemerkungen zur Neuedition und zu darin enthaltenen historisch relevanten Informationen, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Niederbayern 145 (2019) [erscheint im Dezember 2022].


Vokabular Verwandtschaftsbeziehungen

  1. affinis : Verschwägerte
  2. agnatus : Blutsverwandter (väterlicherseits)
  3. avunculus -a : Onkel / Tante (mütterlicherseits)
  4. cognatus -a : Blutsverwandter (natürlich)
  5. consanguineus : Blutsverwandter
  6. consobrinus -a : Geschwisterkind
  7. frater : Bruder
  8. germanus -a : Bruder /Schwester
  9. mater : Mutter
  10. matertera : Tante (mütterlicherseits)
  11. noverca : Stiefmutter
  12. pater : Vater
  13. patrueilis -a: Cousin(e) (väterlicherseits)
  14. patruus : Onkel (väterlicherseits)
  15. soror : Schwester
  16. sororus : Schwager
  17. vitricus : Stiefvater