Beschreibung (Agenda) der Liturgie des Palmsonntags und der Karwoche

Die Agenda beinhaltet eine erweiterte bzw. kommentierte Fassung des Rituale Cisterciense für den Usus im Kloster Aldersbach am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag der Jahre 1751 und 1753. Die Verweise auf konkrete Zitate aus dem Ordensrituale beziehen sich auf die Druckausgabe z.B. in der Fassung Paris 1689 (BSB Liturg. 1184d aus Raitenhaslach). Der Kompilator rechtfertigt seine Zusammenstellung auch mit Verweisen auf den von P. Cajetan-Maria Merati 1736 in Venedig herausgegebenen "Thesaurus sacrorum rituum" von Bartholomaeus Gavanto und durch ein nicht näher bezeichnetes Werk des Liturgikers P. Johann Baptist Halden. Bemerkenswert sind Informationen zu Altären und zur Ausstattung der Klosterkirche, zur Musikpraxis sowie zu lokalen Gebräuchen wie dem "Rätschen" und die Verwendung des Triangel- (oder Tenebrae-) Leuchters in den Karmetten. Einige deutschsprachige Anweisungen beziehen sich auf Tätigkeiten des Bruders Sakristan (Mesner). Der Abt [Theobald II. Reitwinkler] wird "neutral" als "reverendissimus dominus" bezeichnet, der einzige namentlich genannte Mönch ist P. Valerius Fröhlich (1728-1798, Profess 1747). Erwähnung findet auch die Aldersbacher Trinitäts-Bruderschaft.

Quelle: Archiv der Diözese Passau, Pfarrarchiv Aldersbach K 1. A. Kloster Nr. 7. Ergänzungen aus dem Jahr 1775 wurden mit "#" gekennzeichnet, Auslassungen im Original mit [ ], unsichere Passagen mit [?]. Die Übersetzungen ins Deutsche wurden mit Hilfe von KI automatisch erstellt und können fehlerhaft sein.


Dominica Palmarum [Palmsonntag], si sit menstrua uti 1751

Hora 3 vigiliae cum prima immediate subsequente, ut in aliis dominicis menstruis.

1/4 post 5ta missa matutinalis in summo.

1/2 6 sancta meditatio.

Hora 6 omnes studeant immediate et satis mature comparere in capitulo ad sanctam exhortationem et solemnem excommunicationis actum. Deinde tertia cantata. Sub tuum : Deinde benediction et distributio ramorum, ac processio, sub qua hymnum Gloria laus etc. cantabunt duo fratres iuniores, id est, utriusque chori iunior: Crux in hac processione debet esse discooperta. Dein missa sine cantu, sub qua communio fratrum etc. in fine benedictio lectoris mensae reposito venerabili sexta et nona per indirectum.

[Stunde 3 der Nachtwachen mit der unmittelbar folgenden ersten [Stunde], wie an anderen monatlichen Sonntagen. 1/4 nach der 5. Morgenmesse in der Höhe. 1/2 6 heilige Betrachtung. Stunde 6 alle bemühen sich unmittelbar und hinreichend zeitig, im Kapitel zu erscheinen zur heiligen Ermahnung und feierlichen Exkommunikationsakt. Dann dritte [Stunde] gesungen. Sub tuum: Dann Segen und Verteilung der Palmzweige, und Prozession, unter welcher ein Hymnus Gloria laus etc. von zwei jüngeren Brüdern singen werden, das heißt, der Jüngere von jedem Chor: Das Kreuz muß in dieser Prozession entblößt sein. Dann Messe ohne Gesang, unter welcher Kommunion der Brüder etc. am Ende Segen des Lesers des Tisches, wobei die ehrwürdige sechste und neunte [Stunde] auf indirekte Weise aufbewahrt werden.]

Hora 9 officium solemne, sub quo recitatio sanctissimi Rosarii, ac demum processio eucharistico Mariana.

[Um die 9. Stunde feierliches Officium, darunter die Rezitation des heiligsten Rosenkranzes und darauf die eucharistische Marienprozession.]

Hora sanctissima pomeridiana concio.

[Heiligste Nachmittagsstunde der Predigt.]


Dominica Palmarum [Palmsonntag] nec menstrua #uti 1752

Vigiliae 1/2 3. Sancta meditatio 1/2 6. Dein prima.

Sub tuum. Missa matutinalis sine cantu, qua finita omnes mature studeant comparere in capitulo ad solemnem excommunicationis actum.

[Nachtwachen 1/2 3. Heilige Betrachtung 1/2 6. Dann erste [Stunde]. Sub tuum. Frühgottesdienst ohne Gesang, nach dessen Beendigung alle eifrig bestrebt sein sollen, sich rechtzeitig im Kapitel zum feierlichen Exkommunikationsakt einzufinden.]

Hora 8 datur signum ad 3tiam. Finita 3tia Mariana. Asperges: per aquam iam antea in sacristia benedictam. Post 3tiam canonicam benedictio ramorum, et processio sub qua Gloria laus etc. cantabunt. 2 iuniores fratres crux in hac processione debet esse discooperta.

Officium summum est referendissimi domini domini cum ministris in tabula annotatis. Qui in sancta Passione decantanda Christi persona sustinet, induatur stola sacerdotali, reliqui duo diaconalibus, ac omnes tres ramos palmarum durante sancte Passione manibus teneant: Luminaria autem ad eam extinquantur.

[Zur 8. Stunde wird das Zeichen zur dritten Stunde gegeben. Nach Beendigung der dritten Marienzeit. Asperges: mit Wasser, das vorher in der Sakristei gesegnet wurde. Nach der kanonischen dritten Stunde Palmsegnung und Prozession, bei der "Gloria laus" etc. gesungen werden. 2 jüngere Brüder, das Kreuz bei dieser Prozession soll unverschleiert sein. Das feierliche Gottesdienst ist des hochehrwürdigen Herrn Herrn mit den Dienern, die in der Tabelle vermerkt sind. Wer bei der Verkündigung der heiligen Passion Christi die Person Christi trägt, soll sich mit einer priesterlichen Stola bekleiden, die anderen beiden mit diakonalen Stolen, und alle drei sollen Palmzweige während der heiligen Passion in den Händen halten: Die Lichter aber sollen dafür gelöscht werden.]

Hora 1ma pomeridiana concio.

[Erste Nachmittagsstunde Predigt.]


#1775. * Pridie [Mittwoch der Karwoche]

Quadrante post horam tertiam pomeridianam datur signum consuetum utraque campana ad comptetorium, quod ad strepitum superioris incipitur in choro cum brevi lectione: Fratres etc. Finitis iam litaniis, aliisque precibus decantantur mox vigiliae et laudes de die sequenti, prout nempe notator in Libro Caeremoniarium. His denique omnibus peractis datur asperges.

Media 6ta caena.

Quadrante post 7mam Angelus domini.

Hora 8va quies.

Feria V. in Caena domini.

Hora V. surgitur. Hora 6ta sancta meditatio, et caetera omnia, ut notantur in Libro Caeremonialium.#

[Eine Viertelstunde nach der dritten Stunde nachmittags wird das übliche Zeichen mit beiden Glocken zum Komplet gegeben, das beim Schall der oberen Glocke im Chor mit einer kurzen Lesung beginnt: Fratres usw. Nachdem die Litaneien beendet sind und andere Gebete gesungen werden, folgen bald die Nachtwachen und Laudes des folgenden Tages, wie nämlich der Vermerk im Buch der Zeremonien angibt. Nachdem schließlich alles dies vollendet ist, wird das Asperges gegeben. Zur sechsten Stunde Abendessen. Eine Viertelstunde nach der siebten Stunde Angelus Domini. Zur achten Stunde Ruhe. Feria V. in der Messe des Herrn. Zur fünften Stunde wird aufgestanden. Zur sechsten Stunde heilige Betrachtung, und alles Übrige, wie es im Buch der Zeremonien vermerkt ist.]


Feria V.* in Caena domini [Gründonnerstag]

Vigiliae, #ut supra notatur#, in quibus omnia dicuntur tono profundo, et humilis sicut in officio solemni defunctorum. Rituale Cisterciense liber 3, capitulum 19, numerus 5. Psalmus Miserere cum oratio Respice. Postquam libet horam, per hoc triduum uno tono altius, a referendissimo domino incipiendus est, vel ut loquitur Breviarium nostrum: aliquantulum altius, quam ipsa hora.

Ad omnem confusionem, sacro hoc triduo vel maxime evitandam, circa imponendas antiphonas in vigiliis, notandum est, quod referendissimus dominus vel in eius absentia venerabilis pater prior primam I. nocturnalem antiphonam imponat: in II. et III. nocturno reverendissimi patri ex choro invitatorii solam primam antiphonam ad laudes ex officio intonate invitator[ium], reliquas, quas ex utroque choro ordo tetigerit.

[Die Nachtwachen, #wie oben angegeben#, in denen alles in tiefer Stimmlage und demütig gesungen wird, wie im feierlichen Amt für die Verstorbenen. Rituale Cisterciense Buch 3, Kapitel 19, Nummer 5. Psalm Miserere mit dem Gebet Respice. Nachdem die Stunde gefällt, soll durch diese drei Tage hindurch in einer um einen Ton höheren Weise, beginnend durch den hochehrwürdigen Herrn, oder wie unser Brevier spricht: etwas höher als die Stunde selbst. Um jede Verwirrung, in diesen heiligen drei Tagen oder besonders zu vermeiden, bezüglich der Auflegung der Antiphonen in den Nachtwachen ist zu beachten, daß der hochehrwürdige Herr oder in dessen Abwesenheit der ehrwürdige Pater Prior die erste I. nächtliche Antiphon aufzulegen hat: in der II. und III. Nokturn sollen die ehrwürdigen Väter aus dem Chor dem Invitator nur die erste Antiphon zu den Laudes aus dem Amt intonieren, die übrigen, welche die Ordnung aus beiden Chören berührte.]

Bruader [] wird in dißen 3 Metten noch [?] Psalm ein Kerzen von dem Triangl Leuchter auslöschen, und zwar zuerst die lezte auf der Evangelii-Seithen, nach dem annderten Psalm die lezte auf der Epistl-Seithen, und so forth wexlnteis bis auf die obriste, welche er bey Anfang des Cantici Benedictus in laudibus brenend hinter dem Chor Altar traget, aber nit auslöschet. In der ersten Metten /: nicht aber in denen folgenten zweyen :/ bey dem 7. Vers des gemelten Cantici Benedictus ut sine timore löschet er auf dem Hochaltar die lezte Kerzen aus auf der Evangelii-Seithen: bey dem 8. Vers In sanctitate die lezte auf der Epistl-Seithen, und so forth alle. NB: Under der Oration Respice zu End das Laudum: tragt er obbmelte brenende Kerzen wider herfür an sein gehöriges Orth, darf auch nit eheunder ausgelöscht werden, bis venerabilis Conventus aus dem Chor gangen, und alle Amplum? /: welche der Brueder Sacristan vor dem Benedictus alle auslöschet :/ wider von diesem Licht angezundet worden. P. Halden ex Gavanto.

Der Bruder Auf[?]lher hat zu merckhen, das er unnder dem Benedictus jenes dreymahlige Geräusch mit der Rätschen nit zulang mache, damit beide Chör anainander verstehen können: Und selbe durch längeres Rätschen nit perturbiere.

Brueder [] wird jenes Licht hinder denen gemahlenen Vorstehlungen, zwischen denen zweyen grossen Chorleuchtern, bey Anfang des Cantici Benedictus auslöschen. Rituale Cisterciense liber 3, capitulum 19, numerus 6.

Hora 6 sancta meditatio, inde horae minores.

[Sechste Stunde heilige Betrachtung, danach kleinere Stundengebete.]

Hodie missae privatae /: exceptis de Beata, et pro defunctis :/ absque speciali referendissimi domini licentia severissime: biduo autem subsequenti omnino omnibus prohibentur.

[Heute private Messen mit Ausnahme der Messe der Seligen und für die Verstorbenen ohne besondere Erlaubnis des ehrwürdigsten Herrn äußerst streng verboten; in den beiden folgenden Tagen jedoch allen völlig untersagt.]

Hora 8 officium summum, quod est referendissimi domini cum ministris archi-presbytero, diacono, sub-diacono, caeremoniario, ac fratribus thuriferariis.

[Achte Stunde Hochamt, welches des ehrwürdigsten Herrn mit seinen Dienern, dem Archipresbyter, Diakon, Subdiakon, Zeremoniar und den Brüdern Weihrauchträgern ist.]

Notandum, quod altare maius: item illudi ubi calix cum Sanctissimum in crastinum reservandus est, pretiosioribus ornamentis albi coloris /: nullis tamen reliquiis, vel imaginibus :/ sit exornandum. Crux in summo altari tegatur velo albi, in illo altero autem violacei coloris.

[Es ist zu beachten, dass der Hauptaltar sowie jener, wo der Kelch mit dem Allerheiligsten für den nächsten Tag aufbewahrt werden soll, mit kostbareren Verzierungen weißer Farbe /: jedoch ohne Reliquien oder Bilder :/ geschmückt sein soll. Das Kreuz auf dem obersten Altar soll mit einem weißen Schleier bedeckt sein, auf dem anderen jedoch mit einem violetten.]

In missa hac solemni observanda sunt omnia ea quae in aliis missis festivis, praeterquam 1. Quod Ps. Iudica : item Gloria patri ad introitum et ad lavabo, omittantur, dicitur tamen Gloria in excelsis : sub quo pulsantur campanae, et tintinabula, quae deinceps silent, usque ad Sabbatum Sanctum. 2. consecrandae sunt 3 hostiae, altera nempe pro sumptione in crastinum: tertia pro publica expositione in loco sepulchrali asservanda. 3. ad Agnus dei Pax non datur. Dicto: Domine non sum dignus. Diaconus praeeuntibus cereferariis affert ciborium pro communion monachorum. Subdiaconus autem postea calicem alterum de credentia ad altare defecat sine velo oblongo, sed cum velo calicis communi, palla linea, et superimposita patena instricti[?] tempore competente sit confessio, absolutio et communio, ubi notandum, quod tres primi ministry primo communicandi sint tenenter sibimetipsis linteum. Deinde accedunt et religui: quibus pariter communicatis diaconus accipit patenam, et subdiaconus vas ablutionis, genuflectente interim ad cornu Evangelii archi-presbytero, ita, ut ne terga vertat Sanctissimo in altari neque celebranti sacra dispensanti. Peracta communione observantur ritus consueti pro missa solemni, et fiunt genuflexiones profundae, prout opportet exposito venerabili.

[In dieser feierlichen Messe sind alle Dinge zu beobachten, die auch in anderen Festmessen üblich sind, außer: 1. Der Psalm "Iudica" sowie "Gloria patri" beim Introitus und beim Lavabo werden weggelassen, jedoch wird "Gloria in excelsis" gesungen: unter welchem die Glocken und Glöckchen geläutet werden, die sodann schweigen bis zum Heiligen Samstag. 2. Es sind drei Hostien zu konsekrieren, nämlich eine zur Kommunion am folgenden Tag: die dritte zur öffentlichen Aussetzung am Grabort aufzubewahrens. 3. Beim Agnus Dei wird kein Friede gegeben. Nach den Worten: "Domine non sum dignus" bringt der Diakon, den Zeremonienmeistern vorangehend, die Pyxis zur Kommunion der Mönche. Der Subdiakon hingegen bringt sodann einen anderen Kelch vom Kredenzentisch zum Altar, ohne das längliche Velum, aber mit dem gewöhnlichen Kelchvelum, mit leinener Palla und aufliegender Patene. Zur geeigneten Zeit geschehe die Beichte, Absolution und Kommunion, wobei zu beachten ist, daß die drei ersten Ministerialien zuerst kommunizieren und sich selbst das Leinentuch halten. Sodann treten die übrigen hinzu: allen gleichermaßen kommunizierten, nimmt der Diakon die Patene und der Subdiakon das Ablutiongefäß, während der Archipriester an der Evangelienseite kniet, so daß er dem Allerheiligsten am Altar nicht den Rücken kehrt und nicht dem zelebrierenden Priester, der die heiligen Handlungen dispensiert. Nach beendeter Kommunion werden die gewöhnlichen Riten der feierlichen Messe beobachtet, und es werden tiefe Verneigungen gemacht, wie es sich geziemt bei ausgesetztem Verehrungswürdigen.]

Post sanctam communionem diaconus crucem gestaturus in sequenti processione, amictu, alba, cingulo, et tunicella albi coloris sese induat. Crux ipsa velo violaceo velanda est, ita Gavantus. Finito officio summo exit cum cruce, medium se inter duo maiora candelabra, ante gradus collocans.

[Nach der heiligen Kommunion soll sich der Diakon, der das Kreuz in der folgenden Prozession tragen wird, mit einer Amikt, einer Albe, einem Zingulum und einer weißen Tunika bekleiden. Das Kreuz selbst soll mit einem violetten Schleier verhüllt werden, wie Gavantus sagt. Nach Beendigung des Hochamtes geht er mit dem Kreuz hinaus und stellt sich in der Mitte zwischen zwei größere Leuchter vor die Stufen.]

Bey Vollendung des Hochambts werden venerabilis Conventus vom Sacristan Brueder weisse brenende Kerzen zur Procession ausgethaillet.

Dicto Evangelio sancti Ioannis descendit celebrans ad infimum gradum, ubi depositio casula, et manipulo /: ministris pariter manipulos deponentibus :/ induitur pluviali albo, et thus /: adhuc in plano stans :/ imponit duobus thurifulis, sed absque benedictione, tum rediens ad gradum altaris superiorem ter sacramtum incensat. Quo facto subdiaconus imponit humeris eius velum oblongum albi coloris, diaconus vero accipit calicem manu dextra a parte anteriori. Sub velo, infra nodum, sinistram superimponens pallae, et velo, ne quid decidat, et celebranti genuflexo ita porrigit, ut iste sinistra calicem per nodum accipiat a parte velo non tecta, et dextram velo superponat. Postea diaconus tegit manus celebrantis extremitatibus veli e collo pendentis, in modum crucis compositis.

[Nachdem das Evangelium des heiligen Johannes gelesen wurde, steigt der Zelebrant zur untersten Stufe hinab, legt die Kasel und die Manipel ab - wobei die Ministri gleichfalls ihre Manipel ablegen - und zieht ein weißes Pluviale an. Darauf legt er, noch in der Ebene stehend, zwei Thuriferen Weihrauch auf, jedoch ohne Segen. Dann kehrt er zur oberen Altarstufe zurück und räuchert dreimal das Sakrament. Danach legt der Subdiakon ihm ein längliches weißes Tuch über die Schultern, der Diakon aber nimmt den Kelch mit der rechten Hand von vorne. Er legt die linke Hand über dem Knoten unter dem Tuch unter die Palla und das Tuch, damit nichts herunterfällt, und reicht ihn dem knienden Zelebranten so dar, dass dieser den Kelch mit der linken Hand von der nicht vom Tuch bedeckten Seite beim Knoten ergreift und die rechte Hand über dem Tuch legt. Danach verdeckt der Diakon die Hände des Zelebranten mit den Enden des vom Hals herabhängenden Tuches, die in Kreuzform angeordnet sind.]

Deinde fit processio /: quin detur Benedictio :/ cantore hymnum: Pange lingua imponente, qui morose decantandus est, ut sufficiat usque ad locum destinatum, quod si tam non sufficeret, usque tertio repetenda faret ista stropha: Tantum ergo etc. Rituale noster liber 3, capitulum 20, numerus 16.

[Dann findet ein Umzug statt, wobei der Kantor die Hymne "Pange lingua" anstimmt, die langsam gesungen werden soll, damit sie bis zum bestimmten Ort ausreicht. Falls dies nicht ausreichen sollte, soll die Strophe "Tantum ergo" usw. bis zu drei Mal wiederholt werden. Unser Rituale, Buch 3, Kapitel 20, Nummer 16.]

Proceditur autem hoc ordine 1. Diaconus cum cruce medius inter duos cereferarios. 2. Venerabilis conventus procedentibus iunioribus, et subsequentibus cantoribus, postea archi-presbyter. 3. Duo fratres iuniores thuriferarii, qui durante processione semiversi ad Sanctissimum Sacramentum illud longioribus ductibus continuo incensant. 4. Celebrans medius inter ministros cum Sanctissimo Sacramento sub baldachino, dein familiares, et populus. Procedendum autem processionaliter per ecclesiam ait Rituale nostrum, item Caietanus Mareti.

[Es wird jedoch in dieser Ordnung verfahren: 1. Der Diakon mit dem Kreuz in der Mitte zwischen zwei Zeremonienmeistern. 2. Die ehrwürdige Gemeinschaft, wobei die jüngeren vorangehen, und darauf folgende Sänger, danach der Erzpriester. 3. Zwei jüngere Brüder als Weihrauchträger, die während der Prozession halb umgewandt zum Allerheiligsten Sakrament dieses ständig mit längeren Bewegungen räuchern. 4. Der Zelebrant in der Mitte zwischen den Ministern mit dem Allerheiligsten Sakrament unter einem Baldachin, danach die Hausgenossen und das Volk. Es soll jedoch prozessional durch die Kirche geschritten werden, wie unser Rituale sagt, ebenso Cajetanus Maretus.]

Cum ad locum paratum processio pervenerit celebrans ad gradum altaris stans porrigit Sanctissimum diacono genuflexo, qui calicem de manu. Illius recipit eodem ritu, quo ante ipsum de altari tulit, deponit super corporale in medio altaris expensum, terque a celebrante incensatum in tabernaculo reponit. Postea abit idem diaconus cum ceroferariis, atque huc defert utrumque ciborium /: nemie quod est retro maius altare, et illud, quod in tabernaculo altaris sancti crucis asservatur :/ utrumque priusquam in tabernaculo deponatur, incensetur. Quibus peractis claudit ostiolum, et clavim tradit referendissimo. Qui postea uti et ministri eius /: excepto crucis praelatae baiulo, et utroque ceroferario :/ genuflexi persistunt orantes aliquantum, ac postea redeunt in sacristiam praecedentibus thuriferariis.

[Wenn die Prozession zum vorbereiteten Ort gelangt ist, steht der Zelebrant auf der Altarstufe und reicht das Allerheiligste dem knienden Diakon, der den Kelch aus dessen Hand empfängt. Dieser wird nach demselben Ritus niedergesetzt, nach dem ihn der Zelebrant zuvor vom Altar genommen hatte, und wird auf das Korporale in der Mitte des Altars gelegt, wird dreimal vom Zelebrant geräuchert und wird im Tabernakel aufbewahrt. Danach geht derselbe Diakon mit den Kerzenträgern fort und bringt hier beide Ziborien herbei, nämlich jenes, das hinter dem Hochaltar ist, und jenes, das im Tabernakel des Altares des heiligen Kreuzes aufbewahrt wird. Beide werden, bevor sie im Tabernakel niedergelegt werden, geräuchert. Nachdem dies vollendet ist, schließt er die Tür und übergibt den Schlüssel dem Hochwürdigsten. Dieser und danach ebenso seine Minister, ausgenommen den Träger des erhobenen Kreuzes und beide Kerzenträger, verharren kniend im Gebet eine Weile und kehren danach in die Sakristei zurück, angeführt von den Rauchfasspendeln.]

Venerabilis conventus autem dum haec omnia fiunt manet genuflexus, et reclusis sanctissimis ciboriis candelas extinguit. Quo tamen ceroferarii non extinquunt luminaria sua. Redeunte cum ministris celebrante ad sacristiam, conventus accedit chorum ad dicendas vesperas.

[Der ehrwürdige Konvent aber, während all dies geschieht, bleibt kniend, und öffnet die heiligsten Ziborien und löscht die Kerzen. Jedoch löschen die Kerzenträger ihre Lichter nicht. Wenn der Zelebrant mit seinen Ministern zur Sakristei zurückkehrt, begibt sich der Konvent zum Chor, um die Vesper zu singen.]

Interim referendi patres professi stolla violacea in modum crucis super albam induti, denudent altaria, dicentes antiphonam Diviserunt , cum psalmo lit.[?] versibus ad numerum altarium distributis. In summon altari tantumodo relinquantur duo candelabra sine candelis. Crux rursus legatur velo violaceo.

[Inzwischen sollen die bekennenden Väter, die über dem weißen Gewand ein violettes Tuch in Form eines Kreuzes tragen, die Altäre entblößen und die Antiphon Diviserunt sagen, zusammen mit dem Psalm der Liturgie, wobei die Verse nach der Anzahl der Altäre verteilt werden. Auf dem Hochaltar sollen nur zwei Leuchter ohne Kerzen zurückgelassen werden. Das Kreuz wird wiederum mit einem violetten Schleier bedeckt.]

Ante eam hac et sequentibus duobus diebus transenntes faciant genuflexionem /: except celebrante parato :/ quia fulget crucis mysterium.

[Vor ihr sollen an diesem und den folgenden zwei Tagen die Vorbeigehenden eine Kniebeugung machen, ausgenommen den bereiten Zelebranten, weil das Mysterium des Kreuzes leuchtet.]

Hora 10 mandatum pauperum. Dato igitur in tabula signo convenitur in ecclesia penes sacristiam, ubi cellerarius cuilibet distribuit numos in elemosyna dandos iis, quos quis lavit. Dein dato signo ab abbate, eoque praecedente ac venerabilil conventu iuxta senium subsequente acceduntur pauperes. Abbas primus omnium lavat, dein venerabilis pater prior, et sic successive omnes absoluta pedum lotione omnes simul accedentes genua flectant ante pauperes, et unusquisque numos eodem momento ponat in manus pauperum, quos lavit, easque osculetur: Deinde simul se erigentes, manicis ad latera demissis, ad signum abbatis, omnes coram pauperibus veniam petant, dicentes voce intelligibili. Suscepimus dominus! misericordiam tuam in medio templi tui. Surgentes postmodum i?unitulum accedunt, et exutis inibi cucullisac abbate, superioribus claustralibus, et cellerario linteo praecinctis, exitur ad pauperes, praecedentibus iunioribus, ubi abbas omnibus ministrat, praeprimis pauperum manus lavat.

[Stunde 10 Fußwaschung der Armen. Nachdem also auf der Tafel ein Zeichen gegeben wurde, versammelt man sich in der Kirche neben der Sakristei, wo der Kellermeister jedem einzelnen Geldstücke zur Almosenvergabe an diejenigen austeilt, welche einer gewaschen hat. Daraufhin, nachdem das Zeichen vom Abt gegeben wurde, und dieser vorangehend sowie der ehrwürdige Konvent dem Alter entsprechend folgend, werden die Armen herbeigeführt. Der Abt wäscht zuerst alle, dann der ehrwürdige Vater Prior, und so nacheinander alle. Nach der vollendeten Fußwaschung knien alle zusammen vor den Armen nieder, und jeder einzelne legt in demselben Augenblick die Geldstücke in die Hände der Armen, welche er gewaschen hat, und küsst diese: Daraufhin erheben sie sich alle zusammen, die Hände an die Seiten gelegt, auf das Zeichen des Abtes, und alle bitten vor den Armen um Verzeihung und sprechen mit verständlicher Stimme: Suscepimus domine! misericordiam tuam in medio templi tui. Danach erheben sie sich und gehen zum Speisezimmer, und nachdem dort die Kapuzen abgelegt wurden und der Abt, die Oberen des Klosters und der Kellermeister mit Leinentüchern gegürtet sind, geht man zu den Armen hinaus, wobei die Jüngeren vorangehen, wo der Abt allen dient und besonders die Hände der Armen wäscht.]

Cibos apponit, panes distribuit, haustum porrigit iuniore interim fratre historiam de pedum lotione ex sacra scriptura, vel alio pio libello praelegente, prout abbas vel superior claustralis ordinaverit. His peractis abbas manus suas lavat, datoque signo omnes, eoquo venere ordine bini et bini rursum capitulum intrant, ubi cucullis induti, discedente abbate pariter omnes in silentio discedunt.

[Der Speise wird aufgetragen, das Brot wird verteilt, der Trank wird gereicht, während unterdessen ein jüngerer Bruder die Geschichte der Fußwaschung aus der Heiligen Schrift oder aus einem anderen frommen Buch vorliest, wie es der Abt oder der Klosterobere angeordnet hat. Nach Beendigung dieser Dinge wäscht der Abt seine Hände, und auf ein Zeichen hin betreten alle, paarweise wie sie gekommen waren, wiederum das Kapitelhaus, wo sie, mit Kapuzen bekleidet, alle zusammen in Stille fortgehen, nachdem der Abt fortgegangen ist.]

Refectio hora 11 omnibus in unum convenientibus cantor incipit tono demisso et humili: Christus factus est. Conventu stante ut solet, ac prosequente sine cantu or[?]demmet tono: pro nobis obediens usque ad mortem. Et mox omnes adiuvicem se incurrantes, in silentio dicunt Pater noster etc. quo [?] violaceo. Stant ut prius versus imaginem crucifixi, et facto signo crucis a superiore praeside, ingrediuntur singuli in locum suum. Lector non petit benedictionem, nec in fine mensae superior dicit: Cum autem etc. sed dato a superiore signo omnes surgunt una simul, et stantes pro more, incipiente cantore: Christus factus est prosequuntur ut supra per indirectum: Pro nobis etc. Deinde versi ad invicem, sine praevio Pater noster etc.

[Refektorium um 11 Uhr, wenn alle sich versammeln, hebt der Kantor in erniedrigt-demütiger Weise an: Christus factus est. Der Konvent steht wie gewöhnlich und singt weiter ohne Gesang im gleichen Ton: pro nobis obediens usque ad mortem. Und alsbald sich einander zuneigend, sagen sie im Schweigen Pater noster usw., wobei [?] violett. Sie stehen wie zuvor vor dem Bild des Gekreuzigten, und nach dem Zeichen des Kreuzes vom oberen Vorsitzenden treten alle einzeln an ihren Platz. Der Leser erbittet keinen Segen, und am Ende der Mahlzeit sagt der Obere nicht: Cum autem usw., sondern nach einem Zeichen des Oberen stehen alle zugleich auf, und stehend nach Gewohnheit, wenn der Kantor anhebt: Christus factus est fahren sie wie oben im Wechselgesang fort: Pro nobis usw. Hierauf, einander zugewandt, ohne vorhergehendes Pater noster usw.]

Statim imponente cantore psalmum Miserere , demissa ut ante, vore praesequuntur alternatim, quo finito sine GIoria etc. secreto dicitus Pater noster etc. et Credimus qua hebdomadarius dicit absolute orationem Respice quaesumus. Sine clausula. Qui tecum, nec quidquam aliud addit, sed dicto rursus in secreto Pater noster etc. omnes ordine suo in silentio exeunt. Ad gratias tamen hac et sequenti die nec itur ad ecclesiam, ait Rituale nostrum liber 3, capitulum 19, numerus 13.

[Sofort, nachdem der Kantor den Psalm Miserere angestimmt hat, folgen sie, wie zuvor mit gesenkter Stimme, abwechselnd vor. Wenn dieser zu Ende ist, ohne Gloria usw., wird heimlich das Vaterunser usw. gesagt, und wir glauben, dass der Wochenführer allein das Gebet Respice quaesumus spricht. Ohne Schlussformel. Wer mit dir, und er fügt nichts anderes hinzu, sondern nachdem das Vaterunser usw. heimlich wiederum gesprochen ist, gehen alle in ihrer Reihenfolge in Stille hinaus. Zum Dank jedoch an diesem und dem folgenden Tag wird nicht zur Kirche gegangen, wie unser Rituale, Buch 3, Kapitel 19, Nummer 13, sagt.]

Circa mediam secundam pomeridianam erit mandatum monachorum. Reverendissimi domini ministri erunt reverendus pater granarius et frater senior. Reverendi patris cellerarii, fratris iuniori ubi notandum, ne incongrue loca, et ordinem suum, iam ante monachos constituti in [] aut pervertere cogantur, ut hoc ordine exeant, e capitulo 1. Frater iunior. 2. Cellerarius. 3. Frater senior. 4. Abbas. 5. Granarius. Sic exierunt ante annum. Sub ipsissima lotione omnes, qui actu non lavantur attendant solecter omnes ad cantum, eo ipso, quia actualiter lavandi minus intenti esse possunt: habeatque locum illud: alter alterius onera postate, simul etiam omnis perturbatio, et confusio sanctis hisce diebus omnimodis caveatur, et evitetur. Peracta autem lotione redeunt abbas et caeteri ministri ad capitulum eo ordine, quo stant coram convent finito mandato monachorum completorium, quod sequitur concio, et hanc immediate.

[Etwa gegen die Mitte des Nachmittags findet das Fußwaschen der Mönche statt. Die hochwürdigsten Herren Minister werden der ehrwürdige Pater Granarius und Bruder Senior sein. Des ehrwürdigen Paters Kellermeister, des jüngeren Bruders, wobei zu beachten ist, dass nicht unangemessenerweise die Orte und ihre Reihenfolge, die bereits vor den Mönchen festgelegt wurden, in [] oder verkehrt werden, so dass sie in dieser Ordnung hinausgehen, aus Kapitel 1. Jüngerer Bruder. 2. Kellermeister. 3. Älterer Bruder. 4. Abt. 5. Granarius. So gingen sie im vergangenen Jahr hinaus. Während der eigentlichen Fußwaschung mögen alle, die nicht aktiv waschen, aufmerksam zum Gesang achten, eben deswegen, weil diejenigen, die tatsächlich waschen, weniger aufmerksam sein können: und jenes Wort möge Platz haben: einer trage des anderen Last, gleichzeitig möge auch alle Verwirrung und Unordnung an diesen heiligen Tagen auf jede Weise vermieden und vermieden werden. Nach vollendeter Fußwaschung kehren Abt und die übrigen Minister zum Kapitel in jener Ordnung zurück, in der sie vor der Gemeinde stehen, nachdem das Fußwaschen der Mönche beendet ist, das Komplett folgt, welches sofort folgt.]

Absolutio generalis ex archi-fraternita Sanctissimae Trinitatis.

[Allgemeiner Segen aus der Erzbruderschaft der Heiligsten Dreifaltigkeit.]

* Caenula #media 6ta.# Dein silentium.

Ein Viertl nach Siben Uhr wird das Gebett oder Englische Grues gerätschet.

Umb 8 Uhr wird das Zeichen gegeben schlaffen zugehen.

#*. Finita concione et data generali absolutione, hoc est media 4ta vigiliae et laudes de sequenti.*

[Nach beendeter Predigt und gegebener allgemeiner Absolution, das heißt in der Mitte der 4. [Stunde] Nachtwachen und Laudes des folgenden Tages.]


Feria 6 in Parasceve [Karfreitag]

Hora 5ta surgitur sancta meditatio, et hora minores ut heri.

[In der 5. Stunde erhebt sich die heilige Betrachtung, und um die kleinere Stunde wie gestern.]

1/2 ad 9nam datur signum ad rem divinam: Celebrans, et ministri induti paramentis nigris, sine dalmaticis, absque luminaribus, et incenso, praecedunt ad altare, et ante illud prostrati aliquandium erant, nempe ter pater, si possibile est etc. Interim duo fratres /: nempe cuius libet chori iunior :/ tobaleam extendunt super altare. Ascendente ad altare cum ministris suis referendissimo, illudque in medio osculante accedit frater Valerius ad legendam prophetiam incipiens sine titulo. Sub tractu: Eripe me domine. Reverendi patris N: N: et N: ut notatur in tabula, pergent ad sacristiam, ibiquem induuntur amictu, albis et stolis nigri coloris, reverendo patre N. sacerdotali, reliqui duo diaconalibus, ita Mareti et P. Halden, finitoque tractu praedicto exeunt Passionem cantaturi. Decantata Passione, dum reverendissimus canit multiplices illas orationes, reverendus pater N: et reverendus pater N: alba et cingulo induti, ad officium sanctae crucis se disponunt.

[Von 1/2 vor der 9. Stunde wird das Zeichen zum Gottesdienst gegeben: Der Zelebrant und die Ministranten, bekleidet mit schwarzen Messgewändern, ohne Dalmatiken, ohne Leuchter und ohne Weihrauch, gehen dem Altar voran, und vor diesem warfen sie sich niedergestreckt nieder eine Weile, nämlich dreimal Vaterunser, wenn möglich usw. Indessen breiten zwei Brüder /: nämlich der jüngere aus jedem Chor :/ ein Tuch über dem Altar aus. Der ehrwürdige Zelebrant besteigt mit seinen Ministranten den Altar, und während dieser in der Mitte verehrt, kommt Bruder Valerius herzu, um die Prophezeiung zu lesen und beginnt ohne Titel. Unter dem Vers: Eripe me domine. Der ehrwürdige Vater N: N: und N: wie in der Tabelle vermerkt, begeben sich in die Sakristei, wo sie dort von Vater N. mit Amikt, Albe und schwarzer Stola bekleidet werden, der ehrwürdige Vater N. priesterlich, die anderen beiden diakonisch, so Mareti und P. Halden, und nachdem das vorgenannte Vers beendet ist, gehen sie hinaus, um die Passion zu singen. Nachdem die Passion gesungen ist, während der ehrwürdige [Zelebrant] diese vielen Gebete singt, begeben sich der ehrwürdige Vater N: und der ehrwürdige Vater N:, bekleidet mit Albe und Gürtel, zum Amt des heiligen Kreuzes.]

Completis praeditis orationibus reverendissimus cum suis ministris ab altari discedit, et depositis omnibus praeter albas, ad chorum redit, ad adorandam sanctam crucem.

Interim autem incipitur officium sanctae crucis: Agyos cantabunt duo fratres iuniores. Intonato a cantore Crux fidelis : fit adoratio sanctae crucis, praeeuntibus abbate, et ministris, dein senioribus secundum ordinem chori etc. omnibus discalceatis.

Circa finem adorationis crucis accenduntur duae candelae super altare. Reverendissimus et ministri eius induuntur vestibus, quibus antea usi sunt. Diaconus accipiens bursam corporalium, extendit corporale more solito, et iuxta illud ponit purificatorium.

[Nachdem die vorgeschriebenen Gebete beendet sind, verlässt der ehrwürdigste Abt mit seinen Ministern den Altar, und nachdem alles außer den Alben abgelegt ist, kehrt er zum Chor zurück, um das heilige Kreuz anzubeten. Unterdessen beginnt das Amt des heiligen Kreuzes: zwei jüngere Brüder singen das „Hagios". Nachdem der Kantor „Crux fidelis" angestimmt hat, findet die Verehrung des heiligen Kreuzes statt, angeführt vom Abt und seinen Ministern, dann von den Senioren der Reihe nach gemäß der Chorordnung etc., alle barfuß. Gegen Ende der Verehrung des Kreuzes werden zwei Kerzen auf dem Altar angezündet. Der ehrwürdigste Abt und seine Minister ziehen die Gewänder an, die sie zuvor trugen. Der Diakon nimmt die Burse mit den Corporalien, breitet das Corporale auf übliche Weise aus und legt neben dieses das Purifikatorium.]

Postea ordinatur processio ad locum, ubi pridie Sanctissimum Sacramentum repositum fuerat, in qua omnia ea observanda sunt, quae heri, praeter hymnum, qui hodie est Vexilla regis etc. Diaconus crucifer cucullatus sit sine stola.

[Darauf wird ein Prozession zum Ort angeordnet, wo am Vortag das Allerheiligste Sakrament aufbewahrt worden war, bei der alles zu beachten ist, was gestern, außer dem Hymnus, der heute Vexilla regis etc. ist. Der Diakon mit dem Kreuz sei verhüllt ohne Stola.]

Vor der Procession muessen venerabili Conventus abermahl Kerzen ausgethailet werden.

Quas candelas conventus in processione peragenda ut heri in manibus gestat, nec extinquit, usque dum finitis sacris caeremoniis SS. Venerabile in loco sepulchrali adorationi publicae fuerit expositum: ad quem locum procedit recta via, non amplius pec ecclesiam, ut antea #Sub hymnum Pange linqua ...His finitis vesperae.#

[Die Kerzen, die die Gemeinschaft bei der Prozession trägt, wie gestern in den Händen, werden nicht gelöscht, bis nach Beendigung der heiligen Zeremonien das SS. Venerabile am Grabungsort zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt ist: zu diesem Ort geht man auf direktem Weg, nicht mehr durch die Kirche, wie zuvor. #Unter dem Hymnus Pange lingua ... Nach diesen [Dingen] Vesper.#]

Hora 11 refectiuncula.

#Quadrante post horam 3tiam datur signum ad completorium, quo finito immediate decantantur vigiliae et laudes de sequenti.

[Eine Viertelstunde nach der 3. Stunde wird das Zeichen zum Komplet gegeben, nach dessen Beendigung sofort die Nachtwachen und Laudes des folgenden Tages gesungen werden.]

Hora 5ta caenula.

1/2 7 musica.#

Umb 8 Uhr das Zeichen schlaffen zu gehen.


Sabbatho Sancto [Karsamstag]

Hora 5ta surgite sancta meditatio horae minores, ut heri, et nudius tertius.

[5. Stunde: Stehet auf zur heiligen Betrachtung der kleineren Stunden, wie gestern und vorgestern.]

1/2 ad 9nam datur signum ad rem divinam.

[Um halb 9 Uhr wird das Zeichen zum Gottesdienst gegeben.]

Reverendissimus dominus amictu, alba, cingulo, stolla et pluviali, violaceis, diaconus cum stola violacea, sed, sicut et subdiaconus sine manipulo, exeunt ad benedicendum novum ignem hoc ordine. 1. Caeremoniarius cum libro et aqua lustrali una cum aspergillo. 2. Duo fratres iunior: thuriferarius nempe thuribulo vacuo, et navicularius cum navicula, et pelvicula cum 5 granis incensi benedicendis. 3. Subdiaconus crucifer indutus amictu, alba, cingulo, et manipulo violaceo, ita Gavantus. 4. Diaconus cum arundine, vestitus amictu, alba, cingulo, manipulo, stola, et dalmatica, albi coloris. 5. Ministri referendissimi in albis solo diacono habente stolam violaceam, ita Rituale nostrum, omnes detecto capite. 6. Reverendissimus dominus mitratus.

[Der Hochwürdigste Herr in Gewand, Alba, Gürtel, Stola und Pluviale, violett, ein Diakon mit violetter Stola, aber, wie auch der Subdiakon ohne Manipel, gehen hinaus zum Segen des neuen Feuers in dieser Ordnung. 1. Der Zeremoniar mit Buch und Weihwasser zusammen mit dem Weihwedel. 2. Zwei jüngere Brüder: nämlich der Thuriferar mit leerem Weihrauchfass und der Schiffner mit dem Schiffchen und Schälchen mit 5 Körnern Weihrauch zu segnender. 3. Der Subdiakon mit dem Kreuzstab, gekleidet in Gewand, Alba, Gürtel und violettem Manipel, so Gavantus. 4. Diakon mit Sprengstab, gekleidet in Gewand, Alba, Gürtel, Manipel, Stola und Dalmatik, weißer Farbe. 5. Minister des Hochwürdigsten in Alben allein dem Diakon eine violette Stola habend, so unser Rituale, alle mit bloßem Haupt. 6. Der Hochwürdigste Herr mit Mitra.]

[?] da Herr Praelat ausserhalb der Kirch das neue Feur weyhet, muss Sacristan Bruder alle Liechter in Kirchen auslöschen, so hernach bey Weyhung der Oster-Kerzen von dem Triangel widerumb angezündet werden.

Reverendissimo grana incensi benedicente thuriferarius assumens de carbonibus benedictis ponit in thuribulo, item accendit unam /: non ambas :/ candelam ceroferarii, in reditu ad ecclesiam ex parte dextra ituri, quam candelam, dum in medio chori tertiam trianguli factem accenderit diaconus Triangulum gerens rursus extinquat.

[Dem ehrwürdigsten, der das Weihrauchkorn segnend, nimmt der Weihrauchträger von den gesegneten Kohlen und legt sie in das Weihrauchfass, ebenso zündet er eine /: nicht beide :/ Kerze des Kerzenträgers an, bei der Rückkehr zur Kirche von der rechten Seite gehend, welche Kerze, während der Diakon, der das Dreieck trägt, im Mittelchor das dritte Dreieck der Fläche angezündet hat, wiederum auslöscht.]

Ad trinam /: tono semper altiori :/ intonation diaconi: Lumen Christi. Chorus respondet eodem tono, sed sine flexa: Deo gratias. Quando ad altare pervenerint, accipit diaconus praeconium Cantaturus Librum ex pulpito clausum, factaque ad medium altaris genuflexione: accedit reverendissumum genuflexus, benedictionem petens his verbis: Benedicite reverendissime domine hac accepta, rursumque facta in medio altarius genuflexione accedens ad pulpitum, explicatum librum ter incensat, iunitisque manibus incipit cantare praeconium pascale. Ex parte dextra illius se collocent crucifer, et thuriferarius in linea sella. Ex parte sinistra vero, qui arundinem, et qui illa 5 grana incensi tenet: finito praeconio clausum librum secum accipiens /: facta prius inclinatione erga reverendissimum, ac genuflexione in medio altaris :/ discedit, et cum eo crucifer ac thuriferarii.

Post hoc prophetiam primam /: absque titulo :/ cantabit venerabilis pater prior et sic descendendo iuxta senium reliqui.

[Zur Dreierweise /: immer im höheren Ton :/ Intonation des Diakons: Lumen Christi. Der Chor antwortet im gleichen Ton, aber ohne Flexe: Deo gratias. Wenn sie zum Altar gelangt sind, nimmt der Diakon das geschlossene Buch für die Verkündigung aus dem Lesepult, und nachdem er sich in der Mitte des Altars niedergeworfen hat: nähert er sich ehrfurchtsvoll kniend und erbittet den Segen mit diesen Worten: Benedicite reverendissime domine, nachdem dies angenommen ist, und wiederum nachdem er sich in der Mitte des Altars niedergeworfen hat, geht er zum Lesepult, räuchert das aufgeschlagene Buch dreimal, und mit gefalteten Händen beginnt er, die Osterverkündigung zu singen. Auf der rechten Seite desselben stellen sich der Kruziferarius und der Räuchergefäß-Träger in einer Linie auf. Auf der linken Seite aber derjenige, der das Rohr und derjenige, der jene fünf Körner Weihrauch hält: nachdem die Verkündigung beendet ist, nimmt er das geschlossene Buch mit sich /: nachdem er sich zuvor zum ehrwürdigsten geneigt hat und sich in der Mitte des Altars niedergeworfen hat :/ geht er hinweg, und mit ihm der Kruziferarius und die Räuchergefäß-Träger. Danach wird die erste Prophezeiung /: ohne Titel :/ der ehrwürdige Vater Prior singen und so hinabsteigend nach dem Alter die übrigen.]

Finita ultima oratione post prophetias duo /: utriusque chori :/ iuniores fratres cantabunt litanias: Reverendissimo domino interim /: deposita casula :/ cum ministris suis ante altare procumbente: ad N: Peccatores terog[].

Postmodum surgente et in sacristia paramentis albis pro missa solemni se induente. Litaniis /: in quibus fratres post Agnus dei non addant: Kyrie etc. finitis, cantores in medio solemniter intonant Kyrie etc. In missa hac solemni omnia ut notantur in Missali.

Post sumptionem venerabilis pater prior /: vel eo absente senior chori :/ antiphonam Alleluia ad vesperas intonabit: Antiphona ad Magnificat: ante et post integra cantatur.

[Nach Beendigung des letzten Gebets nach den Prophezeiungen werden die jüngeren Brüder beider Chöre die Litaneien singen. Der ehrwürdigste Herr legt inzwischen die Kasel ab und kniet sich mit seinen Ministranten vor dem Altar nieder zu N: Peccatores. Danach steht er auf und zieht sich in der Sakristei die weißen Gewänder für die feierliche Messe an. Nach Beendigung der Litaneien, in denen die Brüder nach dem Agnus Dei nicht hinzufügen: Kyrie etc., singen die Sänger in der Mitte feierlich Kyrie etc. an. In dieser feierlichen Messe geschieht alles wie im Missale vermerkt. Nach dem Empfang intoniert der Vater Prior oder, falls er abwesend ist, der Seniormeister des Chores die Antiphon Alleluia zu den Vespern: Antiphon zum Magnificat: vor und nach vollständig gesungen.]

Hora 11 refectio. Omnia ut aliis diebus esurialibus per annum.

Hora 3 musica.

Hora 5 caenula.

1/2 7 completorium. Dein musica.

Ein Viertl nach Siben Uhr das Gockhenzeichen zur Auferstehung.